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Der Wunschzettel

30. November 2009 um 19:31

Der Wunschzettel

Sehr geehrtes Christkind, liebes Jesukindlein, mein Name ist Björn Wurzbauer und ich werde sieben Jahre alt. Ich bin nicht ganz sicher, ob es Dich wirklich gibt. Falls ja, schreibe ich Dir jetzt diesen Wunschzettel. Falls nein, ist es sowieso wurscht und Du brauchst ihn gar nicht lesen. Jetzt ist zwar erst der 2. September, aber ich habe mir gedacht, ich schreibe schon jetzt, dann kannst Du die Sachen in Ruhe einkaufen und brauchst nicht so hudeln wie meine Mutter, wenn Besuch kommt.

Außerdem kriegst Du jetzt alles noch viel billiger, weil es im Angebot ist. Aber ich glaube, dass Du die Sachen eh nicht bezahlen musst, weil Du ja das Christkind bist. Oder stiehlst Du sie vielleicht in einem ganz großen Geschäft, wo es nicht auffällt, wenn etwas fehlt? Wahrscheinlich nicht, weil sonst würde Dich Dein Vater, der wo der Chef im Himmel ist, nicht mehr hineinlassen.

Im Prinzip ist es mir wurscht, wo du die Sachen hernimmst. Hauptsache, ich kriege sie. Oma hat gesagt, die meisten Geschenke kriegt der, der wo das ganze Jahr schön der Mama folgt und immer das tut, was die Mama will. Ich habe gesagt, das ist der Papa. Da hat die Oma gelacht und gesagt, das gilt natürlich nur für Kinder und nicht für große Leute.

Da war ich sehr froh. Ich mag zwar meinen Papa gern, aber dass er die meisten Geschenke kriegt, gönne ich ihm nicht. Außerdem raucht er, wenn die Mama nicht daheim ist und als Belohnung, weil ich ihn nicht verrate, darf ich mir im Fernseh einen greislichen Monsterfilm anschauen. Von den Kindern bin ich bestimmt der bravere, weil meine Schwester, die wo erst fünf Jahre als ist, ist ein wahrer Deifl.

Sie hat mir zum Beispiel im Sommer einen ganzen Schiebel Haare ausgerissen wegen nichts und wieder nichts. Nur weil ich ihrem blöden Goldhamster ein Bier gegeben habe, wie sie nicht da war. Dann habe ich ihn auf sein Laufrad gesetzt und zugeschaut, wie er läuft und es war recht lustig. Nach einer Weile habe ich ihn darin dodal vergessen, weil mein Freund Kevin Kreuzpaintner gekommen ist und wir haben Fußball gespielt.

Als nach einer Stunde meine Schwester heimkam, hatte sich das dumme Viech schon derrennt. Sie hat geschrieen wie noch was und gesagt, dass ich ein Mörder bin, derweil war es praktisch Selbstmord. Er hätte nur das Rennen aufhören brauchen, aber er tat es nicht. Selber schuld. Und ein Shoppen Bier kann doch eine Hamster nichts ausmachen. Außerdem habe ich ihn eh nicht leiden können, weil er hat immer recht gemuffelt. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt ich bin und bleibe ein dodaler Grobian.

Dann haben Sie den Hamster im Garten neben dem Kompost beerdigt. Als Sarg haben sie eine Bigmäcschachtel hergenommen, aber ohne Bigmäc. Ich musste zur Strafe einen Zettel schreiben. Den haben sie auf einen Holzstecken aufgespießt und neben das Grab hineingesteckt. Darauf stand: Hier ruht mein Hamster Fridolin, erst lebte er, jetzt ist er hin. Schuld an dem Verdruss ist mein Bruder, die dumme Nuss.
Da kannst Du sehen, liebes Christkind, wie geschert meine Schwester ist. Zum Schluss hat sie noch ganz scheinheilig gesagt: Herr, gib Fridolin die ewige Ruhe. Aber ich habe genau gemerkt, dass sie mich meint, weil sie mich so angeschaut hat. Ich beantrage hiermit, dass Du ihr heuer nichts bringst, höchstens eine leere Schachtel, wo ein Zettel drinliegt und darauf soll stehen: Wer seinem Bruder wegen nichts und wieder nichts einen Schiebel Haare ausreißt, kriegt vom Christkind einen Dreg! Dann hat sie es.

Ich wünsche mir dafür heuer etwas mehr, damit es sich ausgleicht. Ich bräuchte unbedingt ein Fahrrad mit 21 Gängen, weil ich bin in der Klasse 1b der einzige, der wo nur drei Gänge hat. Mein altes Fahrrad mit den drei Gängen kannst Du dafür mitnehmen und einem armen Negerkind in Afrika bringen. Für ein solches sind drei Gänge schon ein dodaler Wahnsinn.

Dann bringe mir bitte noch einen Extra-Fernseh für mein Zimmer, damit ich nicht immer den Käse anschauen muss, den meine Mutter und mein Vater sehen wollen. Die schauen die ganze Zeit nur Tok-Schous und so Zeug an. Tok-Schous sind Sendungen, wo lauter Narische dortsitzen und über was reden, was keinen interessiert.

Außerdem brauch ich noch einen Dress vom FC Bayern München und vorsichtshalber von Borussia Dortmund, falls diese Hundlinge wieder deutscher Meister werden. Sonst fällt mir momentan nichts ein.

Du könntest mir aber noch ungefähr 500 in bar bringen, falls mir später noch etwas einfällt. Dann kaufe ich es mir selber und Du hast nicht soviel Arbeit mit mir. Bitte vergiss nichts, weil sonst bin ich enttäuscht. Und in der Zeitschrift, die wo meine Mutter immer liest, steht drin, wenn ein Kind oft enttäuscht wird, wird es bsüchisch gestört und später eventuell richtig narisch.
Das willst Du doch bestimmt nicht, oder?

Hochachtungsvoll
Dein Björn.

P.S.: Hoffentlich gibt es Dich überhaupt, weil sonst ist dieser Brief dodal sinnlos.




(Hat noch jemand solche Schätze rumliegen?)

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30. November 2009 um 19:40

Einer geht noch....
Weihnachten in Stenkelfeld:



Sonntag, 1. Advent, 10.00 Uhr:
In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg läßt sich die Rentnerin Erna B.
durch ihren Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres
Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus,
die Freude ist groß.

10 Uhr 14:
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die
provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend
mit der Aufstellung des 10 armigen dänischen Kerzenset zu je 15 Watt
im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg
im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.

19 Uhr 03:
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der
wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommeßgeräte
für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst arglos.

20 Uhr 17:
Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluß einer
Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten, durch sämtliche Bäume ihres
Obstgartens, ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen
verwirrt mit dem Nestbau.

20 Uhr 56:
Der Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits
einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und
montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensemble
Metropolis, das zu den leistungsstärksten Europas zählt.
Die 40m Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer
der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem
häßlichen Geräusch zerbröckelt.

21 Uhr 30:
Im Trubel einer Jul-Club-Feier im Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage verhallt
das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.

21 Uhr 50: Der 85 jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190
Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem
an die tiefhängende Wolkendecke.

22 Uhr 12:
Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und
sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg.
Zuvor war eine Boing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney
versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten
Garagenzufahrt der Bäckerei Bröhrmeyer gelandet.

22 Uhr 37:
Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße
Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel,
die Experten in Houston sind ratlos.

22 Uhr 50:
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks
Sottrup-Höcklage, Der gesamte Komplex mit seinen 4 Turbinen läuft
mit 2000 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

23 Uhr 06:
In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht Studentin
Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen.
Um genau 23 Uhr 12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

23 Uhr 12 und 14 Sekunden:
In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld
bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage wie Donnerhall.
Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verwirrte Menschen,
Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz
nicht genug war.



(Schon uuuuralt, aber immer wieder schön, finde ich )

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1. Dezember 2009 um 10:40
In Antwort auf indy_12743778

Einer geht noch....
Weihnachten in Stenkelfeld:



Sonntag, 1. Advent, 10.00 Uhr:
In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg läßt sich die Rentnerin Erna B.
durch ihren Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres
Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus,
die Freude ist groß.

10 Uhr 14:
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die
provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend
mit der Aufstellung des 10 armigen dänischen Kerzenset zu je 15 Watt
im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg
im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.

19 Uhr 03:
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der
wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommeßgeräte
für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst arglos.

20 Uhr 17:
Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluß einer
Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten, durch sämtliche Bäume ihres
Obstgartens, ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen
verwirrt mit dem Nestbau.

20 Uhr 56:
Der Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits
einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und
montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensemble
Metropolis, das zu den leistungsstärksten Europas zählt.
Die 40m Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer
der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem
häßlichen Geräusch zerbröckelt.

21 Uhr 30:
Im Trubel einer Jul-Club-Feier im Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage verhallt
das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.

21 Uhr 50: Der 85 jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190
Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem
an die tiefhängende Wolkendecke.

22 Uhr 12:
Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und
sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg.
Zuvor war eine Boing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney
versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten
Garagenzufahrt der Bäckerei Bröhrmeyer gelandet.

22 Uhr 37:
Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße
Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel,
die Experten in Houston sind ratlos.

22 Uhr 50:
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks
Sottrup-Höcklage, Der gesamte Komplex mit seinen 4 Turbinen läuft
mit 2000 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

23 Uhr 06:
In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht Studentin
Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen.
Um genau 23 Uhr 12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

23 Uhr 12 und 14 Sekunden:
In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld
bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage wie Donnerhall.
Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verwirrte Menschen,
Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz
nicht genug war.



(Schon uuuuralt, aber immer wieder schön, finde ich )


der helle vorweihnachtswahnsinn.. höhö..

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