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Heilpraktiker = Nicht-Arzt

7. November 2006 um 12:41 Letzte Antwort: 22. November 2006 um 14:24


Es geistert schon die ganze Zeit hier durchs Forum: die Heilpraktiker-Kompetenz mancher Berater und vor allem die Art und Weise, wie diese damit umgehen.

Kritische Menschen mit mehr oder weniger Hang zur Esoterik verstehen wohl darunter eine ganzheitliche Heilmethode, bei der der Mensch als Seele und Körper im Vordergrund steht. Ein schönes Bild, dass aber nicht so ganz die Definition des Begriffs Heilpraktiker trifft.

Klartext ist nämlich: Die Berufsbezeichnung Heilpraktiker weist lediglich die Öffentlichkeit darauf hin, dass ein Nichtarzt hier Heilkunde ausübt. Sie ist nicht gleich bedeutend mit einer Qualifikation für bestimmte Heilverfahren. Sie zeigt lediglich dem Patienten, dass ein HP nicht der ärztlichen Pflichtenbindung unterworfen ist und seine methodische Qualifikation staatlicherseits nicht überwacht wird. D.h. auch, dass ein HP nicht an die ärztliche Schweigepflicht gebunden ist und somit gegenüber Behörden ohne Pat.-Einwilligung vermeintliche Diagnosen, ja selbst intime Kenntnisse, die die Persönlichkeitsrechte des Patienten ( z.B. über sexuelle Vorlieben, seine Disposition) verletzen, preisgeben kann.

Was die Qualifikation der Heilpraktiker anbelangt, sind wir in Deutschland mit seinen Regeln, Gesetzen und Bestimmungen ein bisschen naiv: Denn HP ist kein Ausbildungsberuf, es gibt weder eine vorgeschriebene Regelausbildung noch eine bundeseinheitlich geregelte Prüfung. Bundesweit einziger Konsens ist es, der HP darf keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellen.

Zulassungsvoraussetzungen gibt es trotzdem: HPs haben eine amtsärztliche Überprüfung nachzuweisen. Sie müssen eine Art Test der aber von Bundesland zu Bundesland verschieden ist absolvieren. Um zum Test zugelassen zu werden, muss man mind. 25 Jahre alt sein, ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen aber nicht die Bescheinigung, das Abschlusszeugnis einer Heilpraktikerschule! Einmal vom Amtsarzt zugelassene HPs dürfen sogar am Menschen Eingriffe vornehmen (invasiv tätig sein), aber Gott sei Dank! weder Drogen (wie Morphium) noch verschreibungspflichtige Medikamente verordnen bzw. verabreichen.

Fazit: Unabhängig davon, ob er eventuell jahrzehntelang als Autolackierer tätig war, er zwischenzeitlich ein beachtliches Vorstrafenregister angesammelt hat, das eventuell seine sittliche Eignung anzweifeln lässt, kann ein HP sich auch weiterhin als solcher bezeichnen!?

Ich möchte die redlichen HPs nicht angreifen, also diejenigen, die jährlich Fortbildungen besuchen, ihre Grenzen und Möglichkeiten kennen und diese strikt einhalten. Aber doch vor denen warnen, die nicht nur mit Methoden arbeiten, deren med. Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist, sondern sich auf pseudowissenschaftlichen Terrain bewegen. Und die als Esoteriker ihre HP-Zulassung verantwortungslos als Reputation gebrauchen, um sich durch Pseudo-Kompetenz einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Nachtrag: Fachsimpeleien und Diagnosen außerhalb der Praxis, eines geregelten HP-Pat.-Verhältnisses findet der Gesetzgeber unzulässig.

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7. November 2006 um 13:21

Gut
Einmal ein wirklich aufklärender Beitrag.

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7. November 2006 um 14:21

1. medizinisches Staatsexamen
....ein Zulassen des Heilpraktikers erfolgt nach bestandener mündlichen und schriftlichen Prüfung vor dem Amts-Arzt bzw. Gesundheitsamt,
diese Prüfung kommt dem ersten medizinischen Staatsexamen gleich.

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7. November 2006 um 14:35
In Antwort auf jinny_12696930

1. medizinisches Staatsexamen
....ein Zulassen des Heilpraktikers erfolgt nach bestandener mündlichen und schriftlichen Prüfung vor dem Amts-Arzt bzw. Gesundheitsamt,
diese Prüfung kommt dem ersten medizinischen Staatsexamen gleich.

Das ist leider falsch!
Umfang der Prüfung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden - der Gesetzgeber hat da nichts geregelt. Die Prüfung wird vom Amtsarzt abgenommen - und der ist beim Gesundheitsamt. Gesundheitsämter sind Ländern und Kommunen unterstellt.
Einen Eid leisten HPs zwangsläufig auch nicht...

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7. November 2006 um 14:53
In Antwort auf florin_12968079

Das ist leider falsch!
Umfang der Prüfung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden - der Gesetzgeber hat da nichts geregelt. Die Prüfung wird vom Amtsarzt abgenommen - und der ist beim Gesundheitsamt. Gesundheitsämter sind Ländern und Kommunen unterstellt.
Einen Eid leisten HPs zwangsläufig auch nicht...

Oh
super dann nenn mir bitte mal ein bundesland welche HP so ganz lapidar durch die prüfungen lassen. anscheinend hast du noch keine prüfung zum hp mitgemacht der wissenstand der dort abgefragt wird komt dem, wie schon genannt 1 taatsexamen der arzte gleich . es wird rein medizinisch abgefragt weniger das was eigentich den hp ausmacht ,naturheilkunidge verfahren denn da spezial. sich jeder hp extra .in der regel schaffen es von 10 prüflingen pro prüfung 1 bis 2 .
der HP hat sehr wohl eine schweigepflicht !nachlesbar in Heilpraktiker gesetzeskunde"

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7. November 2006 um 15:01

Was mich mal interessiert:
Wer darf denn überhaupt die Heilpraktiker-Ausbildung machen?
Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es?

Danke,
LG study

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7. November 2006 um 15:15
In Antwort auf an0N_1292762499z

Was mich mal interessiert:
Wer darf denn überhaupt die Heilpraktiker-Ausbildung machen?
Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es?

Danke,
LG study

Lesen!
Oder selber nachsehen.

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7. November 2006 um 15:19
In Antwort auf florin_12968079

Das ist leider falsch!
Umfang der Prüfung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden - der Gesetzgeber hat da nichts geregelt. Die Prüfung wird vom Amtsarzt abgenommen - und der ist beim Gesundheitsamt. Gesundheitsämter sind Ländern und Kommunen unterstellt.
Einen Eid leisten HPs zwangsläufig auch nicht...

Das ist NICHT falsch
warum heissen einschlägige Bücher immer im Untertitel

(vorbereitend 1. Staatsexamen und Amtsarztfragen zur Zulassungsprüfung von Heilpraktikern)?

meine Grundausbildung hat drei Jahre gedauert,
zusätzlich noch weitere zwei Jahre Zusatzausbildung,
Prüfung gemäß dem ersten Staatsexamen!

und das kann sich in den letzten zwei Jahren nicht verändert haben.

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7. November 2006 um 15:26
In Antwort auf florin_12968079

Lesen!
Oder selber nachsehen.

Hab ich!
Da muß man schon aufpassen, wo man hingeht, wenn man das so liest. Wer des aller machen darf!
Naja.
Fragt sich nur, wie man an wirklich seriöse kommt?

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7. November 2006 um 15:31
In Antwort auf kayla_12870048

Oh
super dann nenn mir bitte mal ein bundesland welche HP so ganz lapidar durch die prüfungen lassen. anscheinend hast du noch keine prüfung zum hp mitgemacht der wissenstand der dort abgefragt wird komt dem, wie schon genannt 1 taatsexamen der arzte gleich . es wird rein medizinisch abgefragt weniger das was eigentich den hp ausmacht ,naturheilkunidge verfahren denn da spezial. sich jeder hp extra .in der regel schaffen es von 10 prüflingen pro prüfung 1 bis 2 .
der HP hat sehr wohl eine schweigepflicht !nachlesbar in Heilpraktiker gesetzeskunde"

Ah ja!
Siehst du, man schreibt etwas, was eine vollkommen sachliche, nicht polemische Information ist, und schon bringt man wieder jemanden gegen sich auf! Es gibt immer jemanden, der es besser und genauer weiss - oder glaubt zu wissen. Ich habe niemals geschreiben, dass die Prüfung so 'ganz lapidar' sei - und auch nicht, was da abgefragt wird. Sondern lediglich die allgemeinen Eckdaten genannt (kann man bei Wiki auch selber nachsehen, oder die Gesetze googeln..). Und es freut mich, wenn mittlerweile die Prüfung - in einigen Bundesländern wohlgemerkt - der für Mediziner ähnelt. Das 1. jur. Staatsexamen im Land Bremen ist eine Hausarbeit, in Bayern ist das ein Prüfungsmarathon von 8 Klausuren. Zudem wissen weder du noch ich mit Bestimmtheit, wie so eine HP-Prüfung vor 20 oder 30 Jahren aussah... So und jetzt denke bitte darüber nach, warum du dich so angegriffen fühlst? Weil ich einen HP mit einem Nicht-Arzt gleichsetze? Aber Fakt ist doch, dass ein HP kein Arzt ist.

Und sicher hast du Recht: Ich habe noch keine HP-Prüfung gemacht und auch nicht die Absicht, eine zu machen. Ich habe persönlich schlechte Erfharungen mit HPs gemacht und gehe deshalb lieber zum Arzt, suche aber jemanden, der Naturheilverfahren gegenüber aufgeschlossen ist (und davon gibt es mit voranschreitender Budget-Kürzung immer mehr!).



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7. November 2006 um 15:36
In Antwort auf an0N_1292762499z

Hab ich!
Da muß man schon aufpassen, wo man hingeht, wenn man das so liest. Wer des aller machen darf!
Naja.
Fragt sich nur, wie man an wirklich seriöse kommt?

Zeigen lassen
... und zwar die angebliche Ausbildungsbestätigung und die Zulassung. Wobei ich an deiner Stelle darauf achten würde, dass der auch tatsächlich in dem Bezirk (weil Gesundheitsamt) zugelassen ist, in dem er praktiziert. Und nachfragen! Und die Schulen selber im Internet suchen und ev. dort auch nachfragen, weil so ein moderner Scanner doch sehr leistungsfähig ist.

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7. November 2006 um 15:39
In Antwort auf jinny_12696930

Das ist NICHT falsch
warum heissen einschlägige Bücher immer im Untertitel

(vorbereitend 1. Staatsexamen und Amtsarztfragen zur Zulassungsprüfung von Heilpraktikern)?

meine Grundausbildung hat drei Jahre gedauert,
zusätzlich noch weitere zwei Jahre Zusatzausbildung,
Prüfung gemäß dem ersten Staatsexamen!

und das kann sich in den letzten zwei Jahren nicht verändert haben.

Wie gesagt...
es ist Ländersache. Und fühlt euch bitte nicht gleich angegriffen - ihr vergräzt doch mit eurer "das ist falsch, du böse"-Haltung jeden potentiellen Pat.

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7. November 2006 um 17:21
In Antwort auf florin_12968079

Wie gesagt...
es ist Ländersache. Und fühlt euch bitte nicht gleich angegriffen - ihr vergräzt doch mit eurer "das ist falsch, du böse"-Haltung jeden potentiellen Pat.

Haha
entschuldige mal, der "Das ist falsch"- Spruch stammt doch von Dir.

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7. November 2006 um 18:03
In Antwort auf florin_12968079

Ah ja!
Siehst du, man schreibt etwas, was eine vollkommen sachliche, nicht polemische Information ist, und schon bringt man wieder jemanden gegen sich auf! Es gibt immer jemanden, der es besser und genauer weiss - oder glaubt zu wissen. Ich habe niemals geschreiben, dass die Prüfung so 'ganz lapidar' sei - und auch nicht, was da abgefragt wird. Sondern lediglich die allgemeinen Eckdaten genannt (kann man bei Wiki auch selber nachsehen, oder die Gesetze googeln..). Und es freut mich, wenn mittlerweile die Prüfung - in einigen Bundesländern wohlgemerkt - der für Mediziner ähnelt. Das 1. jur. Staatsexamen im Land Bremen ist eine Hausarbeit, in Bayern ist das ein Prüfungsmarathon von 8 Klausuren. Zudem wissen weder du noch ich mit Bestimmtheit, wie so eine HP-Prüfung vor 20 oder 30 Jahren aussah... So und jetzt denke bitte darüber nach, warum du dich so angegriffen fühlst? Weil ich einen HP mit einem Nicht-Arzt gleichsetze? Aber Fakt ist doch, dass ein HP kein Arzt ist.

Und sicher hast du Recht: Ich habe noch keine HP-Prüfung gemacht und auch nicht die Absicht, eine zu machen. Ich habe persönlich schlechte Erfharungen mit HPs gemacht und gehe deshalb lieber zum Arzt, suche aber jemanden, der Naturheilverfahren gegenüber aufgeschlossen ist (und davon gibt es mit voranschreitender Budget-Kürzung immer mehr!).



@kobayashi
sicher hast du vollkommen sachlich und nicht polemisch geschrieben und doch hatte ich beim lesen den eindruck als würdest du heilpraktiker mit scharlatanen gleichsetzen.

ich empfehle dir mal eine einzige stunde in einem heilpraktiker seminar, du würdest dich wundern welch ein fachwissen dort vermittelt wird.

vor ca. 12 jahren hatte der fragenkatalog der prüfung in ba-wü einen umfang von 8000 möglichen fragen. ich weiss nicht wie das heute ist aber weniger sind es auf jeden fall nicht geworden.

hut ab vor jedem der das schafft!

ich wünschte mir, dass endlich mehr ärzte sich mit naturheilkunde beschäftigen. da herrscht wirklich grosser nachholbedarf. liegt wohl auch daran, dass die naturheilkunde beim medizinstudium sträflich vernachlässigt wird. und die pharmaindustrie sich an chronisch kranken dumm und dämlich verdient, wogegen naturheilmittel oftmals nur einen bruchteil kosten. genauso sieht es aus mit der apparatemedizin. sicherlich geht es heute nicht mehr ohne, aber welcher arzt untersucht noch gründlich mit den händen?? der heilpraktiker tut das in der regel.

meine erfahrung mit ärzten und heilpraktikern ist folgende, der arzt macht in der regel eine symptombehandlung, der heilpraktiker schaut woher kommt das symptom. geh einfach mal mit kopfschmerzen zum arzt und zum heilpraktiker, dann wirst du den unterschied schnell merken.

ich warte noch immer auf ein miteinander der ärzteschaft und der heilpraktiker, bisher ist es aber leider ein ärzte gegen heilpraktiker.

riannah

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8. November 2006 um 7:27
In Antwort auf an0N_1197002299z

Gut
Einmal ein wirklich aufklärender Beitrag.

Wo
ist das ein aufklärender beitrag? hier schreibt jemand seine subjektive meinung ohne wirklich ahnung zu haben sich nur auf gelesenes stützt aber keinerlei wirkliches wissen darüber hat. genau wie bei den ärzten gibt es auch unter den HP gute wie schlechte praktiker.aber da er/sie sich auf die ausbildung stützt sollte schon fundiertes wissen darüber haben und das ist definitiv nicht vorhanden.

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22. November 2006 um 14:24

Für alle Verfechter 'alternativer' Heilmethoden
Heute bei spiegel online aufgespürt: ein Chinese, der ohne jegliche Zulassung als Arzt praktizierte und seinen Patienten in Deutschland nicht zugelassene Medikamente verabreichte. Ja ja, jetzt könnt ihr wieder brüllen, dass lt. Paracelsus der, der heilt, recht hat. Aber ich kann euch sagen, dass es in China für Arznermittel (d.h. nicht unbedingt "Kräutertinkturen") keine aufwändigen Versuchsreihen und keine strengen Zulassungsverfahren gibt, sondern durchaus auch Antibiotika auf dem europ. Stand von 1970, die noch ein bisschen aufgepeppt werden, weil viel hilft viel.
Hier der Link http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,45008-5,00.html

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