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Wer von Euch, würde sich wie verhalten?

Letzte Nachricht: 7. April 2002 um 23:29
T
trace_12157993
06.04.02 um 22:21

Es scheint, eine "neue Aufgabe" für mich zu geben. Weshalb auch immer. In den letzten 14 Tagen passierte es mir zum wiederholten Male, dass ich hinter einem Auto her fuhr, in welchem ich einen betrunkenen Fahrer vermutete. Diese Begegnungen betrifft zwei unterschiedliche Autos und somit wohl auch Personen.

Obwohl ich im Laufe der Jahre gelernt habe, mich abzugrenzen und mir nicht mehr jeden Schuh anzuziehen, bei den unterschiedlichsten Erlebnissen gefordert zu sein, etwas zu unternehmen, gibt es doch Situationen, die mich stark bewegen, zu handeln, zumindest aber intensiver darüber nachzudenken:" Was muß hier getan werden?"

Vor vierzehn Tagen überlegte ich, soll ich die Polizei benachrichtigen. "Nein", hielt es mich zurück. Vielleicht hat der Typ heute nur einen schlechten Tag und du machst dich lächerlich. In mir war alles sehr zwiespältig. Die Fahrweise war mir dann doch zu undeutlich, um solch eine Beschuldigung vor zu bringen.

Heute nun aber, muß der Fahrer so strutzbesoffen gewesen sein, dass er keinerlei Gefühl mehr für sein Tun hatte. Vom Mitnehmen des Randsteines bis hin, mindestens in die Hälfte der anderen Fahrbahn in Anspruch zu nehmen, war in seinen "Fahrkünsten" alles drin.

Ich fuhr ihm nach - ließ ihn nicht aus den Augen.
Er wurde auf mich aufmerksam. Das wollte ich so - intuitiv / instinktiv bot es sich an.
Ganz bewußt und offensichtlich beobachtete ich ihn, weil ich merkte, dass er sich bemüht, dadurch langsamer und kontrollierter zu fahren. Er riss sich eindeutig zusammen. Das sah ich als Chance für ihn und den restlichen Verkehr.

So nahm ich mir die Zeit "ihm auf den Fersen zu bleiben". Da er eine Schweizer Autonummer hatte, konnte ich nicht abschätzen, fährt der Typ noch rüber auf die Autobahn oder wollte er hier irgendwo in unserem Gebiet "Halt" machen oder mich nur abwimmeln?

Glücklicherweise fuhr er in's Innere der nächsten Ortschaft. Wie zielgerichtet er an die Stelle fuhr, auf welcher er dann anhielt und telefonierte, konnte ich nicht abschätzen.

Normalerweise würde ich sagen , fährt man als "Fremder" nicht unbedingt so viele Ecken und Winkel, wenn man kein bestimmtes Ziel hat.

Er blieb in seinem Wagen längere Zeit sitzen. Ich fuhr nach Hause, denn ich wußte beim besten Willen nicht, was soll ich tun.

Die Polizei anrufen?

Wenn er mit Hilfe seiner Schutzengel jedoch wirklich "gelandet" wäre und es "nur" ein einmaliger "Ausrutscher" war, würde ich ihm dann nicht evtl. "durch den Verrat" derart Schaden zu fügen, wenn er den Führerschein genommen bekommt, der für sein Alltag / Berufsleben evtl. wichtig ist?

Es ist für mich so unendlich schwierig, zumal ich vor Jahren morgens um 4.00 Uhr einen Anruf bekam, dass gleich zwei Freunde kommen, die wegen Alkohol vor der Polizei auf der Flucht wären.
Ich solle die Garage öffnen und ihnen Zuflucht gewähren. Habe ich getan.

Was die beiden an diesem kompletten Wochenende samt mir durchgemacht haben, war die Hölle. Die wollten sich immer selbst stellen und ich hielt sie unter großen Strapazen ruhig, weil ich der Meinung war, wenn ihnen der Schöpfer so weit half, dann sollten sie die Chance wahrnehmen und daraus lernen.

Beide haben sich bis heute nie wieder mit -auch noch so wenig Alkohol - an's Steuer gesetzt. Meine Hilfe wurde / wird damit reichlich belohnt.

Das ist die eine Seite.

Doch die andere Seite kenne ich auch. Es gibt in meinem Bekanntenkreis ebenfalls einen Typ, der nach wie vor rücksichtlos mit Alkohol an's Steuer sitzt. Kann es also nicht schon morgen sein, dass solch ein "Saufludi" Menschen tot oder zum Krüppel fährt?

Wie seht ihr die Sache? Bitte gebt mir Euere Meinung - dankeschön.

umsicht

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T
trace_12157993
07.04.02 um 6:39

Vielen Dank Temptress ...
grundsätzlich bin ich genau dieser Meinung, hätte ich da wohl nicht diese andere Erfahrung gemacht mit den beiden, die durch meine "Unterstützung" seither auch "geheilt" sind, weil es eben nur eine "Gedankenlosigkeit", kein Dauerzustand war.

Doch Du hast in Deinen Gedanken und Worten vollkommen recht ... kann ich abwägen, wem meine "Rücksicht", meine Überlegung beiden Seiten in einem gesunden Maße gerecht zu werden, "gut tut" und wem nicht? Dann nicht doch lieber einmal mehr einer Person die Wegnahme des Führerscheines angedeihen zu lassen?

Weil mich dieses wiederholte Erlebnis ziemlich erschreckte, suchte ich vor meinem Schreiben an Euch das Gespräch mit einem Polizisten. Klingt vielleicht lächerlich und unrealistisch, was ich vom Naturell her absolut nicht bin, jedoch suchte ich nach einer Lösung, ohne dass gleich zu hart zugeschlagen werden muß.

Ver - rückt, ich weiß. War so 'ne Reaktion. Wie könnte ich mir einbilden, "es gibt ein bisschen schwanger" !?

Das mit den Repressalien ist auch so eine Sache.
Als "moderner Robin Hood" und "kleiner Rebell" (so u.a. meine Spitznamen) bin ich einiges gewohnt, wobei ich sagen muß: unterm Strich haben selbst die, denen ich damit nach anfänglicher Sicht "schaden" mußte, heute einen guten, wenn nicht gar freundschaftlichen Kontakt, zu mir. Also, ich habe nicht unbedingt schlechte Erfahrungen, wenn ich mich mehr oder auch weniger entsprechend meiner Gefühle einsetze.

Nur hier habe ich eben noch kein klares Empfinden, daher brauche ich eben Euere Hilfe, Euere Gedanken, Euere Unterstützung.

Doch anonym, liebe Tempress, geht so etwas nicht vonstatten. Dies sagte mir der Polizist ganz deutlich. Man braucht meine Anzeige / Aussage, wenn man selbst den Mann nicht mehr fahrend hinter dem Steuer "ertappt!"

Ich habe auch insofern zwei Schritte vor getan, indem ich ihm das Auto beschrieb, die Autonummer gab und die Gegend nannte. Habe für diesen Moment geglaubt, mein Möglichstes getan zu haben. Den Rest sollte für mich die "höhere Gewalt" lösen.

Meine Telefonnummer und meine Anschrift zu geben, so bereit war ich gestern abend einfach noch nicht. Brauche immer ein wenig Abstand zu Geschehnissen, besonders wenn ich "bedrängt"
werde, was der Polizist in einer gewissen Art tat.

Ich spürte plötzlich so eine gewisse "Jagdlust" in seinen Worten, was in mir wiederum den bis dahin zurück gestellten "Beschützerinstikt" dem Fahrer gegenüber, wachrief. Wollte darüber schlafen.

Denke, daß die Polizei ohnehin eine Aufzeichnung vom Gespräch und meine Rufnummer längst ermittelt hat. Wenn es tatsächlich für mich ansteht, werde ich auch hier letztendlich wohl meine "Frau stehen!" Fahre nachher zum Ort des Geschehens. Mal schauen, ob der Wagen noch dort steht.

Wenn etwas abgelaufen ist, werde ich es spätestens morgen durch's allgemeine Dorfgeschehen - Gespräch erfahren. Berichte Dir, wie's weiter geht. Erst einmal aber hast Du mir sehr geholfen, indem Du mir zugehört und geantwortet hast.
DANKE
Umsicht


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N
noele_12479085
07.04.02 um 8:54

Liebe Umsicht
ich würde glaube ich auch die Polizei holen, denn irgendwie musst du den Betrunkenen ja vor sich selbst schützen. Es ist einfach unverantwortlich um nicht zu sagen gemein betrunken Auto zu fahren. Er gefährdet sich und seine Umwelt, meistens kommen ja auch noch die Unschuldigen ums Leben. Leider haben die meisten nicht selbst die Einsicht das zu lassen und wenn Sie sie haben dann erst wenn es zu spät ist und jemand Schaden genommen hat. Ich würde per Handy von unterwegs die Polizei benachrichtigen. Ich denke das ist die beste Abschreckung.

Licht und Liebe

Yana

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trace_12157993
07.04.02 um 9:29
In Antwort auf noele_12479085

Liebe Umsicht
ich würde glaube ich auch die Polizei holen, denn irgendwie musst du den Betrunkenen ja vor sich selbst schützen. Es ist einfach unverantwortlich um nicht zu sagen gemein betrunken Auto zu fahren. Er gefährdet sich und seine Umwelt, meistens kommen ja auch noch die Unschuldigen ums Leben. Leider haben die meisten nicht selbst die Einsicht das zu lassen und wenn Sie sie haben dann erst wenn es zu spät ist und jemand Schaden genommen hat. Ich würde per Handy von unterwegs die Polizei benachrichtigen. Ich denke das ist die beste Abschreckung.

Licht und Liebe

Yana

Auch für Deinen Beitrag ...
... und das Senden von Licht und Liebe, einfühlsame Yana, ein herzliches Danke. Habe es in mir aufgenommen.

"Gemein", das drückt genau das mit aus, was ich neben vielen anderen Gefühlen empfinde. Als völlig Unbeteiligte, ob etwas passiert oder nicht, werde ich voll in diesen Konflikt mit einbezogen. Ob ich will oder nicht.

Mir wird mit jedem Gespräch klarer - das nächste Mal werde ich handeln. Mit oder ohne Handy. Ich habe keines, weil ich eine volle Gegnerin bin. Viele sprechen von Hilfe in der Not - mag in ganz wenigen Einzelfällen sein.

Überwiegend ist meine Erfahrung jedoch so, daß es uns von dem "unmittelbar" vor uns stehenden Menschen immer mehr trennt. Ich bin aus einer Feier schon aufgestanden und weggangen, weil es fünf erwachsene Menschen nicht geschafft haben, den Abend anders zu gestalten, als Hei - Dei - Dei Telefonate anzunehmen, zu führen und sms zu schreiben.

Wohl dem, der damit die richtige Balance hat. Leider "verarmen" aber viele Menschen geistig als Sklaven der Technik immer mehr. Doch das ist ein ganz anderes, neues Thema. Sollte nur nebenbei sein. Mit Handy wäre ich wohl wegen der Wut und des Entsetzseins über die Unverschämtheit, sich so hinters Steuer zu setzen, sicherlich spontaner gewesen. Hier das übliche: FÜR und WIDER

Es war mit ein schleichender Grund "Och, bis ich von zu Hause Meldung machen kann, ist der eh über alle Berge"
Ich werde mir also auch das überlegen.

Noch einen schönen Sonntag
Umsicht

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R
rigmor_12447401
07.04.02 um 20:52

Mit 18 Jahren
bekommt jeder, der eine entsprechende Prüfung in Theorie und Praxis ablegt und diese besteht, seinen Führerschein. Der Gesetzgeber unterstellt dabei eine gewisse Reife der entsprechenden Person. (In geistiger Hinsicht!)
Soweit die graue Theorie. Die Praxis zeigt, daß diverse Jugendliche diese Reife nicht besitzen.
Was ich damit sagen will ist, wenn ich jemand betrunken am Steuer sehe, würde ich sofort(!!!) Anzeige erstatten. Denn derjenige hat offen-sichtlich nicht die Reife mit Verantwortung umzugehen. Und die beste Möglichkeit, ihm Zeit zum Reifen zu geben, ist der Führerschein entzug.
Für ein derartiges Verhalten habe ich kein Verständnis. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Auch wenn Niemand zu schaden kommt. Es sich nur um einen "Ausrutscher" handelt.
Wenn derjenige beruflich auf seinen Führerschein angewiesen ist, seine Existenz davon abhängt, hat er bewußt damit gespielt und muß dann mit den KOnsequenzen leben. Vielleicht war es ja so gewollt?
Dir auch einen schönen Sonntag,liebe Umsicht.

illa

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trace_12157993
07.04.02 um 23:29
In Antwort auf rigmor_12447401

Mit 18 Jahren
bekommt jeder, der eine entsprechende Prüfung in Theorie und Praxis ablegt und diese besteht, seinen Führerschein. Der Gesetzgeber unterstellt dabei eine gewisse Reife der entsprechenden Person. (In geistiger Hinsicht!)
Soweit die graue Theorie. Die Praxis zeigt, daß diverse Jugendliche diese Reife nicht besitzen.
Was ich damit sagen will ist, wenn ich jemand betrunken am Steuer sehe, würde ich sofort(!!!) Anzeige erstatten. Denn derjenige hat offen-sichtlich nicht die Reife mit Verantwortung umzugehen. Und die beste Möglichkeit, ihm Zeit zum Reifen zu geben, ist der Führerschein entzug.
Für ein derartiges Verhalten habe ich kein Verständnis. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Auch wenn Niemand zu schaden kommt. Es sich nur um einen "Ausrutscher" handelt.
Wenn derjenige beruflich auf seinen Führerschein angewiesen ist, seine Existenz davon abhängt, hat er bewußt damit gespielt und muß dann mit den KOnsequenzen leben. Vielleicht war es ja so gewollt?
Dir auch einen schönen Sonntag,liebe Umsicht.

illa

Ich lag bereits im Bett, liebe Illa ...
... doch es drängte mich nochmals zum Computer. Dort finde ich deine Zeilen und freue mich. Dankeschön, daß Du Dich in diese Runde mit eingeschaltet hast.

Irgendwie finde ich einfach keine Ruhe. Das dürfte allerdings nicht unbedingt (nur) an den gestrigen Ereignissen liegen, obwohl diese Bilder laufend in mir hoch kommen und die Unsicherheit, wie lief letztendlich alles ab, nicht unbedingt befreiend ist. Dazu beschäftgt mich auch sonst zur Zeit einiges. Den Knopf "zum Abschalten" habe ich bisher nicht gefunden. So bin ich generell tief traurig über so manches was rund um mich und in der Welt passiert und was ich doch nicht ändern kann.

Grundsätzlich ist mir klar, daß jede(r)sein Leben ihr / ihm entsprechend zu leben hat. Ich kann niemandem etwas abnehmen. Viele eigene Auf's und Ab's habe ich ja bisher weitgehendst gut überstanden, wenngleich Wunden, Narben und blaue Flecken auf der Seele zurück blieben. Was mir mit zunehmendem Alter allerdings mit jedem Mal stärker zu schaffen macht ist die Tatsache, daß mir -seit ich denken kann- immer und immer wieder solche Situationen aufgezwungen werden, die an sich keine WENN und ABER zulassen, sondern von mir ohne weitere Überlegungen ein knallhartes Handeln verlangen.

Weshalb kann ich nicht genau so "blind" durch die Welt, wie es die meisten Menschen tun? ... und es einfach nicht mitbekommen? Niemand in meinem näheren Kreis ist mit solchen "Einsätzen" derart vereinnahmt,wie ich. Da frage ich mich schon:
"Haben die alle Scheuklappen an oder bin ich extrem gefährdet?" Ich schau schon groß garnicht mehr links oder rechts und dennoch "springen mich
solche Konflikte" regelrecht und unausweichlich in gewissen Abständen an.

Deine Frage. "Vielleicht war es ja so gewollt!?"
läßt die gesamte Angelegenheit noch mehr in mir tanzen. Selbst das wäre eine Möglichkeit.

Jetzt fallen mir gleich die Augen zu - ich gehe zurück in's Bett.
Grüße Dich ganz herzlich und wünsche Dir einen guten Start in eine gelungene Woche.
Umsicht



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